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Jahresbericht 2018

20»Jahresbericht 2018«

Liebe Mitglieder des Stadtseniorenrates, liebe Gäste, auch ich möchte Sie herzlich begrüßen!

Zu unseren Mitgliedern gehörten auch Elisabeth Einsele und Margret Burscheid. * Beiden lagen der SSR und die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren der Stadt Esslingen sehr am Herzen. Margret Burscheid ist am 3. Dezember gestorben, Frau Einsele am 10. Dezember. Margret Burscheid hat viele Jahre im Vorstandsgremium mitgearbeitet, in der letzten Legislatur war sie Schriftführerin. Als Willi Scheuter 2016 nach gut zehn Jahren das Amt abgab, hat sie sich dafür gemeldet, weil sie gefordert sein wollte. Gerne erinnere ich mich an eine Veranstaltung, die sie für uns entwickelt und durchgeführt hat: Eine Führung im Museum für ältere Esslingerinnen und Esslinger zu einem bestimmten Thema und anschließend Kaffeetrinken im Flo in der Ritterstraße. Mit dem kennen lernen und miteinander vertraut werden haben die Teilnehmer auch zunehmend Fragen gestellt, die sie auf dem Herzen hatten und die ihnen vielleicht für die Sprechstunde zu persönlich gewesen wären.

Margret Burscheids herzliches Wesen und ihr Temperament, das von ansteckender Fröhlichkeit über teilnehmendes Mitgefühl bis zum kräftigen Zorn reichte, hat unser Gremium bereichert.

Elisabeth Einsele war Gründungsmitglied des Stadtseniorenrates und der Esslinger Initiative, als Juristin war sie sehr an unserer Satzung beteiligt, Frau Einsele habe ich vor zehn Jahren, als ich gerade Pressewart war, das erste Mal im Heppächer getroffen, wo sie mich für einen Bericht im Postmichel-Brief gelobt hat. Das war fast ein Ritterschlag.

Bevor sie zu Verwandten nach Rheinland-Pfalz gezogen ist, hat sie einige Zeit im Pflegestift Kennenburg verbracht. Wenn ich dort zu tun hatte, habe ich Sie ab und zu besucht. Einmal hat sie mir die Novelle „das Fähnlein der sieben Aufrechten“ zum Lesen empfohlen. Da geht es unter anderem darum, wie Personen erfolgreich miteinander umgehen und jeder seinen eigenen Stil hat. Bei unserem Umgang mit der Verwaltung geht’s ja auch um das „Wie“ oder wie meine Mutter immer sagte, „der Ton macht die Musik“.

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Denn für den einen Schwerpunkt unserer Arbeit, bei dem es um die konkreten Beschwerden von Bürgern geht, ist die Stadtverwaltung unsere Anlaufstelle.

Im anderen Schwerpunkt entwickeln wir mit Verstand und Talent eigene Ideen und bieten dazu Angebote, die Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit geben mit anderen zu wandern, zu tanzen, die fünf Esslinger zu trainieren, zu singen, Filme und Lichtbilder zu sehen oder an Gesprächsgruppen teilzunehmen und Vorträge zu hören. Das Angebotsspektrum organisieren und gestalten wir selbst. Entweder mit unseren Mitteln oder in Kooperation mit anderen Vereinen und Einrichtungen.

Dazu werden im Anschluss die Verantwortlichen von einzelnen Themen noch Genaueres sagen. Auch darüber, was im nächsten Jahr geplant ist.

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Weil dieses Programm manchen zu wenig politisch ist, habe ich schon die etwas herablassend gemeinte Formulierung gehört, „Ihr mit eurem Freizeitangebot“.

Dabei wird, finde ich, zu wenig bedacht, dass im Rahmen dieses Freizeitangebotes Menschen zusammenkommen, die gemeinsam etwas unternehmen und dabei auch nebenbei eine ganze Menge für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit tun und obendrein eine Menge dabei lernen und wir hören manchmal bei der Gelegenheit, wo unsere gereiften Mitbürger der Schuh drückt.

Dann gibt es die Bemerkung, wir hätten uns zu einem „Stadtseniorenrat der Herzen“ entwickelt. Was heißen soll, wir seien nicht politisch. Ich nehme das mal als Kompliment, denn wenn jemand was auf seinem oder ihrem Herzen hat und damit am Freitag in unsere Sprechstunde kommt, dann sehen wir zu, wie wir helfen können. Und Hilfe ist auch, wenn wir eine für das Problem passende Beratungsstelle, wie etwa den Pflegestützpunkt, empfehlen.

Manchmal bekommen wir auch Briefe mit Herzensangelegenheiten Da geht es dann um das Problem der Pflastersteine oder die leidige Busfahrerei mit unkundigen oder zu schnell anfahrenden Fahrern oder es geht um die Erschwernisse durch verschiedene Baumaßnahmen in der Stadt oder darum, dass der Aufzug der Firma Schindler ewig nicht funktioniert. Das waren alles Themen, bei denen wir aktiv waren.

Aber besonders gefordert werden wir manchmal, wenn es um Nachlasssachen geht. So hat sich unser Schatzmeister, mit juristischer Unterstützung vom einstigen „Anwalt der Stadt“, Otto Blumenstock, im letzten Jahr intensiv um den Wunsch einer Erblasserin gekümmert, der es darum geht, dass ein Teil ihres Geldes für den Palliativ-Verbund Esslingen und Umgebung verwendet wird.

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Ich denke es wird deutlich, Herz und Politik schließen sich bei uns nicht aus. Wenn Politik bedeutet, Einfluss nehmen, gestalten und durchsetzen, dann sind wir politisch, aber eben mit Herz. Ich will nicht verhehlen, dass das Durchsetzen gegenüber der Verwaltung zuweilen schwierig ist, aber das ist es schon seit fast 25 Jahren. So alt wird der Stadtseniorenrat nächstes Jahr. Aber dass eine Stadtverwaltung sich nicht allein um die Interessen der Älteren und Alten kümmern kann, ist einsichtig, Sie muss für alle Bürger da sein und sich um einen Interessenausgleich bemühen.

In Gremien und Arbeitskreise, die dafür von der Stadt eingerichtet sind, sind wir natürlich durch Vorstandsmitglieder vertreten. Etwa im Ausschuss für Bildung, Erziehung und Soziales, im Arbeitskreis Ambulante Dienste, im Netzwerk Esslingen Aktiv und beim Thema Inklusion, ganz aktuell jetzt im Expertenkreis für die Stadtbücherei.

Und schließlich können wir auch genügend ohne Einbeziehung der Verwaltung auf die Beine stellen. Dafür bekommen wir finanzielle Unterstützung von ihr, die, mit den Spenden, unserer Mitglieder, unsere Arbeit sehr unterstützen. Vielen Dank!

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Nicht alles was wir uns vornehmen, lässt sich auch umsetzen oder muss umgesetzt werden. So haben wir uns eingehend mit den Themen „Seniorenfreundlicher Service“ und „Übergang vom Klinikaufenthalt zurück in den Alltag“ beschäftigt. Dabei haben wir gelernt, dass sich der seniorenfreundliche Service inzwischen zum generationenfreundlichen Service weiterentwickelt hat und dass das Entlass- Management in den Kliniken zusammen mit der Unterstützung durch ambulante und Besuchs Dienste – nicht zu vergessen die hilfsbereiten Nachbarn – recht gut läuft.

Heiß ging es bei uns her, als unsere Vorstandsmitglieder bei einem Besuch in Schorndorf, die sogenannte „Notfalldose“ kennen lernten. Dabei kommen die Notfalldaten in eine Dose, die in die Kühlschranktür gestellt wird. Nun haben die Daten einen festen Ort und können in jedem Haushalt einfach gefunden werden! Bei der „Notfallkarte“ weiß man nicht so ohne weiteres, wo sie gerade steckt.

Wir haben im Ergebnis auf größere Information und Werbung oder gar eine Gewinnaktion mit Notfalldosen als Preis verzichtet, im Mitgliederbrief habe ich allerdings darauf hingewiesen.

 

Alles was wir tun, dreht sich um die Interessen und Bedürfnisse älterer Menschen. So steht es in der Satzung. Und so ist es gut. Weil uns das aber zu bürokratisch klingt, hören wir lieber: Alles was wir tun, soll Lebensfreude und Wohlbefinden unterstützen. Bei uns und bei anderen Seniorinnen und Senioren.

Was wir auf die Beine stellen hat viel mit den Talenten, den Interessen und dem Engagement zu tun, das in unserem Gremium versammelt ist.

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Damit komme ich zu meinem letzten Punkt: Der Situation im Vorstandsgremium:

Das Fähnlein der Aufrechten bzw. das bisherige Vorstandsgremium, das heute zur Wahl steht, hat zehn Zugehörige. Als es vor drei Jahren startete waren es noch 16 und zwar sechs Frauen und 10 Männer. Heute sind es zwei Frauen und acht Männer. Wobei Frau Fechner sich seit einem dreiviertel Jahr quasi als Praktikantin mit der Vorstandsarbeit vertraut macht.

Erfreulich war und ist, dass Gaby Wagner zwischenzeitlich dazu gekommen ist, sie leitet das Projekt „Tanznachmittag“ und ist dort im Moment unsere einzige Stütze. Obwohl sie letztes Jahr nach Radolfzell umgezogen ist, kommt sie regelmäßig einmal im Monat zu den Terminen. Wer ihr einmal nachfolgen wird, wenn es zu viel wird, steht momentan in den Sternen. Wir sind auf der Suche. Immerhin, neu im Gremium mitmachen möchten Iris Fechner, Sigrid Ringwald und Hanna Scherieble., die sich nachher vorstellen werden.

Das heißt , wir haben für die Wahl, im Moment für sechzehn Plätze zwölf Personen, die sich für den Stadtseniorenrat wählen bzw. wiederwählen lassen möchten.

Einige von den „altgedienten“ berichten jetzt im Anschluss von ihren Projekten.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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Etwa ein halbes Jahr nach Beginn der Wahlperiode hat sich unsere 3. Vorsitzende Anja Lubkowitz von uns getrennt, dann sind im Laufe der Legislaturperiode Rolf Schneider, Uschi Grosse, Michael Ule, Nuran Coskun und Gudrun Bauer von der Vorstandsarbeit zurückgetreten und im Dezember ist Margret Burscheid gestorben.

Dank an Franz Mayerl und Frau Räder!

Für sie kommen Gaby Wagner und Marcus Illenberger