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Gesprächskreise

»Unsere Mütter während des 2. Weltkriegs und danach«

Angeregt durch Ilse Langners Theaterstück »Frau Emma kämpft im Hinterland«, das um den 1. Weltkrieg kreiste, hatte der SSR zusammen mit dem Verein der Freunde der Württembergischen Landesbühne Esslingen e.V.  zu einem Gesprächsnachmittag eingeladen, in dem mit Zeitzeugen an »Unsere Mütter während des 2. Weltkriegs und danach« erinnert werden sollte. 24 Personen trafen sich im Forum  Esslingen.

Um an die von der WLB aufgeführte „Frau Emma“ anzuknüpfen, gab WLB-Dramaturgin Anna Gubiani eine hilfreiche Vorstellung der einzelnen Personen, deren Verhalten und Umfeld und spannte den Bogen zu den Müttern des 2. Weltkriegs. Dass sich die Teilnehmenden unter der Moderation von Roland Geltz herausfordern ließen, in großer Offenheit an ihre Mütter und eigenes Erleben während des 2. Weltkriegs und in der Nachkriegszeit zu erinnern, war beachtlich und bewundernswert. Gelungen war die Veranstaltung auch dadurch, dass immer wieder anklang, wie sinnlos und Menschen verachtend Kriege sind.

 

30 Massenbacher Frauen grüßen 1943 ihre Männer im Feld

30 Massenbacher Frauen grüßen 1943 ihre Männer im Feld

 

Gesprächsnachmittag »Mit über 80 Jahren«

 

Der Stadtseniorenrat hatte eingeladen. Es trafen sich elf Frauen und drei Männer im Saal des Bürgerhauses der Pliensauvorstadt. 1.179 Jahre waren versammelt, alle über 80, zwischen 81 und 96 Jahre alt. Angeregte Gespräche gingen hin und her und zeigten, dass man auch mit 80plus nicht zum „Alten Eisen“ gehören muss. Gut, dass es keine Belehrungen von Jüngeren gab, wie Hochaltrigkeit auszusehen hat, sondern jede und jeder aus eigenem Erleben berichten konnte. Trotzdem kreisten die Beiträge nicht um das Kranksein, Ärzte und Medikamente und auch nicht um die „Jugend von heute“ und darüber dass „früher alles „besser“ war. Natürlich wurden interessante Berufsfakten erwähnt. Zur Sprache kamen dann aber vor allem die aktuellen Einsätze in der Familie und ehrenamtlich im Verein und in sozialen Organisationen und Einrichtungen.

 

 

Als der Krieg vor 70 Jahren endlich zu Ende war …

Zu einem Nachmittagsgespräch hatte der SSR ins Mehrgenerationen- & Bürgerhaus der Pliensauvorstadt eingeladen. Thema war „Als der Krieg endlich zu Ende war“.
Das Gespräch, das Roland Geltz vom SSR moderierte, leitete er durch eigenes Erleben als Zehnjähriger ein. Besonders einschneidend war für ihn, dass sein Vater im Osten vermisst blieb. Das Leben der Familie – 32jährige Mutter mit vier Söhnen – gestaltete sich in der Nachkriegszeit schwierig. Die Teilnehmenden berichteten anschließend von Flucht und Vertreibung. Einige hatten unter den Ressentiments der Einheimischen zu leiden. Bombennächte, Hunger, Ungerechtigkeit, Kriegsgefangenschaft … Deutlich wurde auch, dass Kinder von Schrecklichem weniger belastet wurden als die Erwachsenen. Immer wieder würdigten die Berichtenden, wie ihre Mütter in der Kriegs- und Nachkriegszeit die Probleme heldenhaft bewältigten. Die Erlebnisse eines griechischen Mitbürgers, der kurz vom Krieg in seiner Heimat erzählte und eines der in lettischer Gemeinschaft in Esslingen aufwuchs, weiteten den Horizont.

 

Kriegsende - red - 02

 

Probleme des Erinnerns

An ein psychologisches Grundproblem rührte dabei die Frage einer Teilnehmerin: „Warum drängen sich uns Älteren die Erlebnisse jener Zeit gerade jetzt wieder ins Bewusstsein? Wir dachten diese bewältigt zu haben“. Ein jüngerer Teilnehmer fand, dass die Schilderungen in seinen Ohren „weinerlich“ klangen. Er denke, dass man im Selbstmitleid, die Schuld der Deutschen im 3. Reich nicht vergessen dürfe. Eine weitere Frage tat sich auf: Kann es beim neutralen Begriff „Kriegsende“ bleiben oder ist nur das von Weizsäcker 1985 eingeführte Wort „Befreiung“ angemessen? Verändern die Ereignisse damals unser Verhalten gegenüber Flüchtlingen heute, wie stehen wir zu den leidigen Versuchen, Konflikte durch Kriege zu lösen?

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