8. Radtour über die Filder nach Sielmingen und zum „Filderdom“ am 19.11.2025
Der Sommer ist unverkennbar vorbei. Das ist nicht nur an den fast kahlen Bäumen sondern auch an den Temperaturen zu erkennen, die nur leicht über dem Gefrierpunkt lagen, als sich elf Radlerinnen und Radler am Morgen des 19. November 2025 zur letzten 2025er-Radtour des StadtSeniorenRats bei der Rettichbar trafen.
Entsprechend warm eingepackt machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg durch das Körschtal nach Denkendorf. Allerdings hatte die Sonne zunächst kaum die Möglichkeit uns zu wärmen, denn die Bäume am Wegesrand standen der noch tiefstehenden Sonne im Weg. Durch den Sauhag hinauf auf die Filder sorgte dann aber das Muskelkraftwerk von innen heraus für Wärme. Vorbei an Wolfschlugen öffnete sich alsbald der Blick auf die im leichten Dunst und Gegenlicht liegende Alb und hinter Harthausen, auf dem geografischen Höhepunkt der Tour und mit der Sonne im Rücken, auf Bonlanden, den Flughafen, Bernhausen und Neuhausen.
Weiter ging es leicht abschüssig nach Sielmingen und zum kulturellen Höhepunkt, der St. Petrus und Paulus Kirche in Neuhausen, einer im Rundbogenstil errichteten Basilika mit drei Schiffen. Aufgrund ihrer Größe wird die Kirche volkstümlich auch als „Filderdom“ oder größte Dorfkirche Europas bezeichnet. Der Grundstein für die Basilika wurde am 7. Oktober 1850 gelegt. Nennenswerte Verzierungen im Außenbereich sind der Zackenfries am oberen Ende der Langhauswände, an den beiden Giebeln der Seitenportale, am Chor sowie am westlichen Giebel des Langhauses. An den Ecken des Langhauses befinden sich Lisenen, das sind flach vortretende, schmale, senkrechte Mauerstreifen. Das Geläut besteht aus sechs Glocken, deren Tonfolge der in der Abteikirche Beuron entspricht.
Im Innern der Kirche zeigen Natursteinmosaike des 1984 geweihten neuen Kreuzwegs in zehn Bildern 15 Stationen des Leidens Christi. Eine 16. Station stellt die Verleugnung des Petrus dar. Desweiteren sind Holzfiguren der 12 Apostel zu sehen. Die Hauptorgel der Kirche ist eine Orgel Opus 126, II/32 Register des Ludwigsburger Orgelbauers Eberhard Friedrich Walcker aus dem Jahr 1854, die bei unserem Besuch gerade gespielt wurde.
Gesättigt mit derlei vielen Informationen führte der Weg weiter im Bogen um den Erlachsee und über das Körschtalviadukt zur Donareiche am Rand des Berkheimer Walds. Dort wurde noch die Geschichte des Missionars Bonifatius erzählt, der im beginnenden 8. Jahrhundert den christlichen Glauben in Friesland, dem Frankenreich und Germanien verbreitete.
Anschließend waren es nur noch ein paar Kilometer auf dem Donareichenweg und dem neu gerichteten Neckarhaldenweg durch den Berkheimer Wald hinab zur Abschlusseinkehr in der Rettichbar.
Die Kälte weitestgehend ignorierend haben wir den sonnigen Tag in netter Gesellschaft bei einer mal wieder schönen Radtour genossen.
Wer nicht dabei sein konnte oder sich die Strecke nochmal in Ruhe anschauen will findet sie hier:
https://www.komoot.com/de-de/tour/2665267423
Bericht: Martin Schnaithmann Foto: Privat






